Heizungssteuerung

Die Heizung in unserem Haus ist gasbefeuert. Im Erdgeschoss wurde auf der gesamten Fläche eine Fussbodenheizung verlegt und im Ober- und Dachgeschoss wurden in den Räumen Heizkörper installiert. Die Fussbodenheizung habe ich bisher noch nicht automatisiert, diesen Spaß hebe ich mir noch eine Weile auf. Im folgenden beschreibe ich also die Heizkörpersteuerung der Zimmer im Obergeschoss.

Anforderungen

Die Heizkörpersteuerung soll, meinem Smart Home Ansatz entsprechend, unauffällig im Hintergrund laufen. Es soll nie das Gefühl aufkommen das es zu kalt ist, aber gleichzeitig soll die Heizung möglichst energiesparend betrieben werden. Des Weiteren möchte ich eine Programmierung haben, die alle Lebensbereiche abdeckt, ohne Programmeingriffe. Dennoch will ich aber manuell entscheiden, ab wann die Heizung aktiv sein darf, also sozusagen zwischen Sommer und Winterbetrieb umschalten.

Zusammenfassung:

  • Wohlfühlen wenn wir Zuhause sind
  • Energie sparen wenn wir (länger) nicht Zuhause sind
  • Heizung aus bei offenem Fenster
  • Keine Umprogrammierung
  • Manuelle Sommer / Winterumschaltung

Umsetzung

Es gilt also zunächst herauszufinden bei welcher Zimmertemperatur man sich wohlfühlen kann, dies ist natürlich sehr individuell. Die Wohlfühltemperatur hat sich bei uns Zuhause bei 21,5°C eingependelt und soll immer dann herrschen, wenn wir zuhause sind. Sobald wir das Haus verlassen, müssen die Räume nicht mehr auf der Wohlfühltemperatur gehalten werden. In diesem Fall kann die Absenktemperatur eingestellt werden, welche 1,5°C unter der Wohlfühltemperatur liegt. Die Steuerung bekommt auch mit, wenn wir das Haus für längere Zeit verlassen haben, z.B. für ein Wochenende oder einen Urlaub und stellt selbstständig in allen Räumen die Frostschutztemperatur ein.

Lies: Umschalten der An- und Abwesenheit (Link folgt)

Die manuelle Umschaltung zwischen Sommer und Winterbetrieb erfolgt über einen Schalter im Flur und der aktuelle Status wird auf einer LED Anzeige, ebenfalls im Flur, angezeigt.


Welches Heizprogramm passt zu meinem Raum?

Wir haben 5 Heizkörper im Obergeschoss, welche alle unterschiedliche Anforderungen an ihre Programmierung haben. Das Badezimmer erfordert, aufgrund der trägen Fußbodenheizung, eine Steuerung die darauf angepasst ist. Im Kinderzimmer und Gästezimmer soll solange wir zuhause sind tagsüber die Wohlfühltemperatur eingestellt werden. Wenn wir aber Übernachtungsgäste haben, soll die Heizung im Gästezimmer aus bleiben, damit diese nicht in einem geheizten Raum schlafen müssen. Die Heizung im Schlafzimmer soll tagsüber ebenfalls aus sein und nur zum Abend und Morgen wird die Temperatur um 1°C angehoben. Von dem Schlafzimmer kann man über eine Galerie in das Büro herunterschauen. Die Räume sind also miteinander verbunden, würde ich das Büro tagsüber heizen, so würde sich auch das Schlafzimmer aufheizen. Deshalb wird das Büro nur geheizt, wenn man sich in dem Büro über längere Zeit, ca. 10 Minuten, aufhält.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die fünf Programme die sich daraus ergeben:

  1. Wohnraum
  2. Schlafraum
  3. Gästezimmer
  4. Fußbodenheizung
  5. Selten genutzter Raum

Wohnraum

Die einfachste Heizkörpersteuerung ist die eines klassischen Wohnraumes, denn dieser birgt keine besonderen Anforderungen in sich. Sie können es also z.B. für die Küche, das Kinderzimmer oder natürlich das Wohnzimmer anwenden. Es stellt auf Basis Ihrer An- und Abwesenheit die Wohlfühl- und Absenktemperatur ein, außerdem führt es die Nachtabsenkung durch.

Sie können manuell über eine Systemvariable entscheiden, ab wann das Programm aktiv sein darf, also ab wann Sie vom Sommer- zum Winterbetrieb wechseln.

Sobald Sie also Ihr Zuhause verlassen, wird die Steuerung die Temperatur in diesen Räumen absenken um Energie und damit Kosten zu sparen. Unmittelbar nach Ihrer Rückkehr wird die Temperatur wieder angehoben und Ihre Wohlfühltemperatur wird schnell erreicht.

Schlafraum

Dieses Programm eignet sich für die Schlafräume. Es stellt auf Basis Ihrer An- und Abwesenheit die Wohlfühl- und Absenktemperatur ein, jedoch führt es nicht die Nachtabsenkung durch. In diesem Fall wird die Wohlfühltemperatur in der Nacht eingestellt und die Absenktemperatur tagsüber. In unserem Fall ist dies lediglich ein Unterschied von 1°C, kann aber natürlich frei gewählt werden.

Sie können manuell über eine Systemvariable entscheiden, ab wann das Programm aktiv sein darf, also ab wann Sie vom Sommer- zum Winterbetrieb wechseln.

Gästezimmer

Solange Sie keine Übernachtungsgäste haben, wird auf Basis Ihrer An- und Abwesenheit die Wohlfühl- und Absenktemperatur eingestellt, außerdem führt es die Nachtabsenkung durch. Sie können über eine Systemvariable bestimmen wann Sie Übernachtungsgäste haben und in diesem Fall verhält sich das Programm ähnlich dem Schlafzimmerprogramm. Es wird also den Raum nicht mehr aufheizen, damit Ihre Gäste einen angenehmen und erholsamen Schlaf haben.

Sie können manuell über eine Systemvariable entscheiden, ab wann das Programm aktiv sein darf, also ab wann Sie vom Sommer- zum Winterbetrieb wechseln.

Fußbodenheizung

Fußbodenheizungen sind im Vergleich zu Heizkörpern eher träge. Wenn Sie den Heizkörper aufdrehen, spüren Sie relativ schnell, dass der Raum sich aufheizt und innerhalb kurzer Zeit haben Sie Ihre Wohlfühltemperatur erreicht. Fußbodenheizungen heizen mit der gesamten Bodenfläche und erzeugen damit eine wohlige Wärme. Außerdem hat man immer warme Füße, was sicher auch nicht zu verachten ist. Allerdings dauert es recht lange bis die Fußbodenheizung die Wohlfühltemperatur erreicht hat. Daher ist es hier nicht unbedingt sinnvoll die Heizung über mehrere Stunden „abzudrehen“. Ich habe dieses Programm für mein Badezimmer geschrieben, welches eine Fußbodenheizung hat. In diesem Fall ist die Fußbodenheizung im Rücklauf von einem Handtuchheizkörper installiert. Ich habe also zunächst versucht herauszufinden wie die Reaktionszeit meiner Heizung ist. Dazu empfehle ich Ihnen eine Versuchsreihe durchzuführen. Notieren Sie sich die aktuelle Temperatur in dem Raum und stellen Sie eine Temperatur 1,5°C höher ein. Wenn Sie die Zeit stoppen und diesen Versuch mit verschiedenen Temperaturen durchführen, haben Sie eine gute Basis für dieses Programm. Sie können natürlich genauso gut das Programm schreiben und dann in den ersten Wochen die Zeiten immer weiter anpassen.

Das Programm stellt auf Basis einer von Ihnen vorgegebenen Zeit die Wohlfühl- und Absenktemperatur ein. Eine Nachtabsenkung gibt es in diesem Fall nicht, denn die Zeit zum wieder aufheizen könnte dann viel zu lang ausfallen, oder der Energiebedarf zu groß.

Sie können manuell über eine Systemvariable entscheiden, ab wann das Programm aktiv sein darf, also ab wann Sie vom Sommer- zum Winterbetrieb wechseln.

Selten genutzter Raum

Haben Sie auch einen Raum, welcher nur selten genutzt wird? In unserem Fall verwende ich das Programm für unser Büro. Das Büro ist über eine Wendeltreppe mit dem Schlafzimmer verbunden, daher möchte ich das Büro normalerweise nicht heizen, es sei denn, dass man sich in dem Büro längere Zeit aufhält.

Ich habe dort also einen Bewegungsmelder installiert und dieser „dreht“ die Heizung auf, sobald wiederholt Bewegung im Büro erkannt wurde.

Sie können manuell über eine Systemvariable entscheiden, ab wann das Programm aktiv sein darf, also ab wann Sie vom Sommer- zum Winterbetrieb wechseln.

Die fünf Programme decken deine Anforderungen nicht ab? Wie soll dein Heizungsprogramm aussehen?

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